Das Credo - Glaubensbekenntnis der meisten Christen

Schon während der Zeit der Ausbreitung des Evangeliums traten Meinungsverschiedenheiten unter den Christen auf. Wer ist Jesus? Wie ist das Verhältnis von Heidenchristen zu Judenchristen? Sind die Heidenchristen auf das Mosaische Gesetz verpflichtet (Bsp: Heiligung des Sabbats am Sabbat, also Samstag)? Wann erfolgt die Auferstehung von den Toten (Lk 23, 43; Joh 6, 39; Joh 11,25f)? ...

Manche Probleme sind noch in der Zeit gelöst worden, in der die Schriften des Neuen Bundes entstanden (Apg 15), manche aber auch nicht. Es gab sogar ein paar Probleme, die erst auftauchten, als die jüdische Sekte der Christen sich in die griechisch-hellenische Denkwelt oder die parthische oder ägyptische Kultur zu inkulturieren begann - Fragen, die einem Juden so nie gekommen wären, weil sein Welt- und Menschenbild ein völlig anderes ist. Viele dieser Fragen waren nicht allein aus Schrift oder Tradition heraus erklärbar, weil die Schrift dazu scheinbar widersprüchliches enthielt. Rückblickend lag es wohl auch daran, daß weder in der jüdischen, noch in der griechischen Sprache Begriffe für das existierten, was uns Gott in Geschichten, Paradoxa etc offenbart hat. Es wurde ein wildes Ringen um die Wahrheit, das nicht immer mit fairen Mitteln ausgetragen worden ist. Aber bleibend kann man sagen, daß trotz staatlichen Druckes (zB Versuche der Durchsetzung von Irrlehren wie den Arianismus mittels kaiserlicher Gewalt) sich der Hl Geist in der Kirche immer wieder durchgesetzt hat.

In einigen Konzilien (allgemeinen Kirchenversammlungen nach dem Vorbild der Apg 15), wo sich Vertreter der großen Gemeinden trafen, rang man sich in mehreren Stufen (Nikaia, Ephesos, Konstantinopel) zu einem Glaubensbekenntnis durch, das so wie es ist, von den meisten abendländischen und orthodoxen Christen gebetet werden kann. Viele kleinere orientalische Kirchen glauben zwar inhaltlich auch nichts anderes, aber es ist ihnen aufgrund sprachlicher Gründe nicht möglich, bestimmte Formulierungen zu übernehmen. Da das sprachliche Gewand natürlich zeit- und kulturbedingt ist, soll hier versucht werden, das Gemeinte etwas zu herauszuschälen.