Credo - Was bedeutet: ich glaube an...

Mt 17 (20) ... Wenn euer Glaube auch nur so groß ist wie ein Senfkorn, dann werdet ihr zu diesem Berg sagen: Rück von hier nach dort!, und er wird wegrücken. Nichts wird euch unmöglich sein. Wie unterscheidet man Glaube, blindes Vertrauen, vage Vermutung, geistige Umnachtung?

Glaube wird im Deutschen ungefähr in vier Bedeutungen benutzt:

1.) Unsicheres Wissen (Ich glaube, daß...). Ohne die Vermutung, daß der Glaube etwas mit meiner Sinnsuche zu tun hat, käme keiner auf die Idee, sich damit zu beschäftigen. Auch diese Form ist für den christlichen Glauben wichtig.

2.) Wissen (Aussagen). Die meisten unserer Aussagen gründen auf Erlerntem. Wir vertrauen, daß die Menschen, die uns wichtig sind, uns nicht betrügen. Wie viele haben schon überprüft, ob die Erde rund ist, ob Karl der Große wirklich (so) existiert hat, ob die Erde sich um die Sonne dreht, oder auf einer Geraden durch den gekrümmten Raum bewegt. Im Mittelalter waren die meisten Menschen überzeugt, die Erde in Kugelgestalt im Mittelpunkt des Alls schwebe. Es werden Theorien und ihre Widerlegungsmöglichkeiten zur Überprüfung angeben. Nur, was unter angegebenen Bedingungen wiederholbar ist, gilt als Beweis. Nur wer hat das schon selber alles getan. Diese Ebene ist für den Glauben wichtig, weil auf dieser Ebene die Verläßlichkeit unserer Texte, die von Jesus erzählen, belegt sowie die Überlieferung überprüft werden kann. Auf dieser Ebene liegen auch die Dogmen.

3.) Vertrauen (Ich glaube Dir.) Alles was für Menschen wirklich wichtig ist, ist nicht unter Laborbedingungen wiederholbar. Vertrauen, Liebe, Anerkennung das alles sind zwischenmenschliche Werte, die noch in Worte gefaßt werden können, doch die am stärksten von Symbolen leben. Diese Ebene ist wichtig, weil auf ihr Zeugnis gegeben wird. Die Menschen sehen den Boten als Teil seiner Botschaft. Wenn sie ihm vertrauen, weil er glaubwürdig wirkt, stehen dem Evangelium weniger Hindernisse im Weg. Viele Christen begnügen sich leider mit dieser Ebene. Hier aber fällt der Glaube zum Beispiel auch mit dem Boten. Hier auch werden die persönlichen Irrtümer des Boten mit in den eigenen Glauben hineingenommen.

4.) Sich gründen auf (Ich glaube an). Menschen, die so glauben (=vertrauen), gestalten ihr Leben von diesem Grund her, auf den sie bauen. Jeder Mensch hat so einen Grund aus dem er lebt. Nur dieser Grund vermittelt etwas wie Sinn. Freilich kann nur der eine Gott, der Vater, Sohn und Heilige Geist, diesen Hunger nach erfülltem geglücktem Leben letztlich stillen. Alles andere, was wir an diese Stelle setzen, bewirkt lediglich ein Verhalten, welches die Züge einer Sucht hat. Geld, Karriere, Sex, Ruhm, Macht... all das sind gute und/oder neutrale Werte und gute Diener. An die Stelle Gottes gesetzt werden die guten Diener zu falschen Göttern und schlechten Herren, die uns versklaven und zerstören. Gott allein verstärkt unsere Freiheit und Liebesfähigkeit und schenkt uns wahren Frieden.