Von Jesus bekennen wir, daß Er wahrer Mensch und wahrer Gott ist. Das heißt: Das was Ihn zutiefst ausmacht, ist Seine Beziehung zum Vater als der Sohn. Diese Beziehung ist einmalig in jeder Hinsicht.
Einmalig ist, daß Gott überhaupt zum Menschen redet und wir Ihn dennoch verstehen können. Denn wir können ja überhaupt nur erkennen, verstehen und mitteilen, was sich in geschöpflicher Weise und in menschlichen Aussageformen (=Kategorien) fassen läßt. Jede Sprache, jedes Bild, jedes Gefühl aber sind Teil der Schöpfung. Darum kann es auch prinzipiell keine Sprache Gottes geben, die wir verstünden, weil jede Sprache Teil der Schöpfung ist. Gott ist und bleibt der ganz Andere, der in unzugänglichem Licht wohnt, den kein Mensch gesehen hat noch je zu sehen vermag (1Tim 6, 16).
Einzigartig ist auch, daß dieser ganz Andere, Unendliche, Nicht-Raum-Zeitliche, Unfaßbare, in einer bestimmten Zeit, an einem bestimmten Ort von einer Jungfrau Mensch geworden ist, und doch der eine, unveränderliche Gott geblieben ist. Und das alles nur, um die Geschöpfe, die Er gemacht hat und unendlich liebt, aus ihrer selbstverschuldeten Gottferne zu befreien, sie in ihrer Freiheit zu belassen und doch zu retten vor der ewigen Verdammnis (=endgültiges Getrenntsein von Gott), damit sie auch weiterhin liebesfähig bleiben.
Einzigartig ist auch, daß wir überhaupt in der Lage sind, Jesus als den zu verstehen und erkennen, der Er ist - Gottes Sohn. Im Folgenden soll versucht werden zu zeigen, welcher Satz im Glaubensbekenntnis, welche Frage beantwortet und was die Antwort, heute neuer formuliert, heißen kann.