2.5 gelitten unter Pontius Pilatus

Der Mythos war nie, ist aber immer. (Porphyrios) Sicher kann man die Heilsereignisse um Jesus auch mal fruchtbar mythologisch deuten, aber der Kern der Botschaft ist eben mehr. Nur theologische Dünnbrettbohrer reduzieren das Christliche auf den mythischen Gehalt. Jesus, der Christus, ist kein Mythos, sondern geschichtliches Faktum. Der transzendente Gott begrenzt sich in eine bestimmte Zeit, ein bestimmtes Volk und eine bestimmte Familie hinein. Alles, was für uns notwendig ist, hat Jesus in dieser Raum-Zeit für uns gesagt und getan.Nicht begrenzt vom Größten und eingefügt ins Kleinste, das ist göttlich wird ein Jesuit zu Zeiten des Friedrich von Spee sagen. Der Unendliche, der Ewige wird ein konkreter Mensch zu einer bestimmten Zeit.

Das ist die Kernaussage dieses Verses. Das, was am Leben Jesu das Wichtige war ist, daß Er für uns gelitten hat, gekreuzigt und begraben wurde, aber am dritten Tage auferstanden ist und in Seiner Himmelfahrt uns den Himmel (=Sein in der ewigen und unverhüllten Liebe Gottes) erschlossen hat. Für dieses Geschehen gibt es eine Menge von Zeugen, die in den Schriften des Neuen Testamentes direkt und indirekt zu Worte kommen. Und das alles geschah genau in der Zeit als Pontius Pilatus Statthalter von Judäa war. Der christliche Urknall ist ein historisches Ereignis.

Es gibt keinen Text aus der Antike, der auch nur annähernd in der gleichen Dichte und Textqualität überliefert ist wie das Neue Testament. Während von den Autoren wie Cäsar, Tacitus etc uns nur relativ wenige (ein zwei Duzend) und späte Abschriften (9-11. Jhd) überliefert sind, haben wir von den Texten des Neuen Testaments schon Abschriften, die aus dem Beginn des 2. Jahrhunderts datieren in einer gewaltigen Menge (Tausende von Fragmenten). Zwischen der Erstellung der Ersthandschriften und den uns überlieferten Abschriften bzw Abschriftfragmenten liegen oft nur Jahrzehnte bzw max knapp 250 Jahre (vollständige Abschriftensammlung aller neutestamentlichen Schriften). Das ist in der Überlieferungstradition abolut singulär. Verfälschungen sind ausgeschlossen.

Auch in nichtchristlichen Quellen wird von Jesus berichtet, zB bei Suetonius und Flavius Josephus um nur zwei zu nennen. Die Quellenlage ist absolut verläßlich. Damit ist man vor Verfälschungen der Botschaft Jesu sicher - soweit es in dieser Welt Absolutheit geben kann.