Ich glaube an den Vater - die Dreieinigkeit

In verschiedenen neuheidnischen Mischreligionen, wie der Esoterik, wo man sich rauspickt, was einem gerade paßt, gibt es unter anderem auch Ansichten, man könne das Christentum problemlos mit dem Buddhismus, dem Islam, dem Hinduismus und dem New Age vermischen und allem gerecht werden. Das ist natürlich Unsinn. Ich kann nicht zugleich daran glauben, daß der Ursprung von allem ein gefülltes a-personales Brahman ist, in dem sich mein Atman irgendwann einmal apersonal auflöst, und zugleich daran, daß dieser Ursprung personal ist, nämlich der eine Gott, der als Anfang Himmel und Erde erschaffen hat, mit dem ich einst von Angesicht zu Angesicht in Liebe vereint bin in höchster Unterschiedenheit (weil ich Geschöpf bin) und Einheit (Liebe). Wenn ich an einer Kreuzung stehe, kann ich nicht links und rechts zugleich abbiegen. So muß ich mich auch hier entscheiden, welchen Weg ich prüfe.

Drei monotheistische (ein-Gott-Glaube) Religionen Judentum, Christentum und Islam bekennen gemeinsam, daß es nur einen Gott gibt. Dieser Schöpfer schafft alles aus dem Nichts. Das heißt: Gott braucht außer sich selbst nichts, um Ursprung und Dauer von allem zu sein. Das heißt aber auch: Gott kommt nirgendwo in Seiner Schöpfung vor. Er ist in dieser Bedeutungsebene nicht in der Blume, nicht im Stein, nicht im Menschen, nicht im Anfang der Dinge und nicht im Ende, nicht im Leid und nicht im Glück; denn wäre Er das, wäre Er Teil der Schöpfung und damit nicht mehr Gott, ihr Ursprung. Gott steht Seiner Schöpfung also nicht einmal gegenüber, weil sie nichts ist, was Ihm gegenüberstehen kann.

Dieser Gott ist der Ursprung allen Seins. Er schafft nicht, weil es einfach aus ihm heraus muß, wie bei einer inkontinenten Qualle, sondern weil Er es will. Das heißt, Er ist personal. Die Schrift lehrt: Gott ist Liebe. Diese höchste Form schon in endlichem Sein aber ist Beziehung. Wo aber nur eine Person ist, kann keine Beziehung sein. Aber Gott kann weder einen zweiten Gott neben sich haben, noch der Schöpfung bedürfen, um ganz Gott zu sein, darum ist Gott in sich Beziehung, Liebe von Vater, Sohn und Heiliger Geist. Vater und Sohn meint hier weder, daß Er Mann noch, daß Er Frau ist. Vater und Sohn meint nur, daß Sie eines Wesens sind. Ihre Einheit ist die Liebe, die Person des Heiligen Geistes. Ein nicht trinitarisches Gottesverständnis bedeutet im letzten, daß Gott nicht lieben könnte, weil es nichts gibt, das Er mit göttlicher Liebe lieben könnte. Er wäre dann nur ein großer Egoist.

Um es vielleicht noch einmal philosophisch zu unterscheiden: Der ursprunglose Ursprung (Vater) ist mit dem Ursprung vom Vater her (Sohn) in einer Beziehung (Hl.Geist) eins. Sie sind ihrem Wesen nach identisch (Gott) und ihrer Relation nach (Person) unterschieden. Insofern auch der Sohn Seinen (logischen) Ursprung im Vater hat, geht der Hl. Geist nur vom Vater aus. Insofern Er die Beziehung von Vater und Sohn ist, von beiden. Die Präzisierung der Westkirche im Glaubensbekenntnis aus dem 9. Jahrhundert ist also inhaltlich kein Widerspruch zur Ostkirche - wie von dort oft wiederholt wird. Diese Streitfrage, ob der Heilige Geist nur vom Vater oder von Vater und Sohn gemeinsam ausgeht, taucht übrigens nur in der Langform des Glaubensbekenntnisses auf, die in deutschen Landen nicht so oft benutzt wird. Man nennt diese Frage auch den Streit um das "filioque"