Es gibt in unserer Gesellschaft eine Gruppe von Trauernden, die oft nicht auftauchen und deren Leid nicht verstanden wird. Es sind die Eltern von Kindern, die während der Schwangerschaft ihr Kind verlieren. Meist spielt es keine Rolle, ob das Kind früh verloren wurde oder ob die stille Geburt von den Eltern bewußt miterlebt worden ist. Früher wurde den Eltern das Kind noch nicht einmal mehr gezeigt. Man meinte, dass sei besser für die Eltern. Damit nahm man vielen einen wichtigen Punkt im Trauerprozess weg. Man nahm ihnen ihr Kind, bevor sie es begrüßen konnten. Eine Mutter drückte den Wunsch so aus: Ich will dich erst willkommen heißen, bevor ich Dich verabschieden muss. So belasten diese nicht gemachten Erfahrungen schwer, weil sie unwiederbringlich sind.
Jede Erinnerung ist kostbar. Vertane Gelegenheiten belasten das Leben oft noch nach Jahrzehnten. Denn diese ungeborenen Kinder waren schon Teil ihrer Familien. Viele Hoffnungen, Freuden und Sorgen der Eltern drehten sich bereits um das neue Familienmitglied. Darum ist es auch so wichtig, den Schmerz und die Trauer der Eltern ernst zu nehmen und ihm Raum und einen Ort zu geben.
Aus diesem Grund ist in vielen Krankenhäusern seit einigen Jahren üblich, für Kinder, die starben bevor sie im Lichte der Sonne leben konnten, eine Zeit und einen Raum des Abschieds und für die Trauer zu eröffnen. Dieser ist wichtig, um einerseits die Realität des Todes der eigenen Hoffnung anzuerkennen, aber auch, um im Ritual einerseits Abschied zu nehmen, andererseits aber auch öffentlich zu bekunden, Ja, Du warst wirklich da. Dir war unter uns einen Platz bereitet und wir vermissen Dich, jetzt da Du tot bist.
Mit der Abschiedsfeier auf dem Friedhof, beginnt aber erst eine neue Phase des Trauerns. Sechs
bis zwölf Monate dauert diese natürliche Reaktion auf einen schmerzlichen Verlust. Damit sie gut
ablaufen kann, kann man einiges tun. Wenn man keinen Seelsorger hat, der einen dabei begleitet,
kann man auf folgendes achten:
Erstes: * sich - wenn möglich vom toten Kind persönlich verabschieden.
Zweitens: Menschen in meiner Umgebung, Photos vom Kind und den Eltern gemacht haben.
Drittens: die Verabschiedungsfeier.
damit zusammen hängt einen Ort für die Trauer zu haben (Das Grab, Freunde, die mir zuhören...)
Und: alles braucht seine Zeit.
Hilfestellung: "Gute Hoffnung - jähes Ende" Eine "Erste Hilfe" für Eltern, die ihr Bäby verlieren, und alle, die sie unterstützen wollen. Herausgeber: Verinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands.
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