Pastoralseite

Initiationssakramente - die Kommunion

Messstruktur pdf

In der römisch-katholischen Kirche trat zunehmend eine zeitliche Differenzierung der Spendung der Initiationssakramente Taufe, Kommunion und Firmung auf. Zwar berichtet schon Apg 8,14-17 von der Trennung von Taufe und Firmung. Das dürfte aber nicht die Regel gewesen sein. Daraus entwickelte sich aber die Praxis, dass nur der Bischof oder dazu besonders beauftragte Priester, die Firmung spenden (als Symbol für die Einheit mit ihm), obwohl sie gültig jeder Priester spenden könnte. Aber neben diesem Symbol wurde im Gefolge der Reformation ein anderer Aspekt wichtiger.
Kinder sind ab einem gewissen Alter schon in der Lage zu erkennen, was Mahlgemeinschaft bedeutet. Wie durch Erzählen von Geschichten, Brechen des Brot etc Gemeinschaft ausgedrückt wird, können sie begreifen, wenn man es ihnen altersgemäß erklärt und in einer Praxis des gemeinsamen Essen zeigt. Darum werden Kinder auch schon bald in die volle Gemeinschaft mit Gott und Seiner Kirche in der Eucharistiefeier (=Danksagungsfeier) hingeführt, auch wenn sie sich normalerweise noch nicht ganzpersonal für Gott entscheiden können.

Was geschieht in der Eucharistiefeier während der Messe? Brot und Wein – Symbole für unseren Alltag und Festtag, also stellvertretend für unser ganzes Leben – werden als Gaben Gottes anerkannt, bedankt und als Geschenk zurück vor Seinen Altar gestellt. Im Hochgebet wird aus diesen Gaben der alten Schöpfung neue Schöpfung. Das Wort Gottes bewirkt, dass dieses Brot nicht mehr Brot allein ist, sondern Leib Christi, der Wein nicht mehr Wein allein, sondern Blut Christi ist. Im Griechischen wird deutlich, dass das ganze Mahl diese Wandlung meint, darum darf man nicht Brot, Wein und die Wandlungswort einseitig isolieren und aus der Eucharistiefeier einen Ort des Gnadenmaterialismus machen. Insofern "das ist mein Leib" vor allem das gesamte Mahlgeschehen meint, kommuniziert auch vollkommen, wer nur das heilige Brot oder nur das Blut Christi zu sich nimmt, wenngleich es natürlich symbolisch schöner ist, wenn man beide Zeichen – Brot und Wein – als realsymbolische Einheit nutzt. Wenn wir aber dann zur Kommunion gehen, werden wir dadurch selber – unseren Glauben vorausgesetzt – in Leib und Blut Christi hineingewandelt. Wir werden, was wir sind, Leib Christi. Dabei ist dieses Opfer keine Wiederholung des Geschehens am Kreuz oder gar noch etwas, was dem Opfer Christi noch gefehlt hätte, es ist die Vergegenwärtigung des einen Opfers Christi am Kreuz, das er für uns im Abendmahl unter den zwölf Aposteln (lukanischer Sinn) eingesetzt und durch Kreuz, Tod und Auferstehung für uns vollzogen hat.

Ein Wort zur "Transsubstantiation".

Wer Leib und Brot unvorbereitet oder unwürdig ißt, ißt sich das Gericht, wie Paulus sagt. Das meint vor allem an dieser Stelle das soziale Tun. Wir können aber sagen, das gilt ebenfalls für Leute die in schwerer nicht sowohl bekannter als auch bereuter Sünde leben.